Brennwerttechnik

Kontakt  |  Impressum

Brennwert Technik

Die Bezeichnung Brennwerttechnik hat sich erst m Laufe der Jahre mit der Entwicklung moderner Heiz- und Wärmegewinnungsanlagen etabliert und einen starken Bezug zur privaten Nutzung dieser Anlagen erlangt. Der Begriff Brennwerttechnik war galt bis dahin eher als eine Fachbezeichnung, die für industrielle Bereiche typisch war.
Das Synonym Brennwerttechnik besteht aus einem zusammengesetzten Wort aus Brennwert und Technik. Die Brennwert Technik stellt somit eine Kombination aus wichtigen theoretischen Grundlagen und deren technischer Umsetzung in der Praxis dar.

Der Brennwert hat eine grundlegende Bedeutung bei der Erzeugung von Wärmeenergie. Im Zusammenhang mit der entsprechenden Technik kommt es zu einer Ausbeutung nicht nur der eigentlichen Wärmemenge, die beim Verbrennungsvorgang entsteht, sondern zusätzlich der in den kondensierenden Abgasen enthaltenen Energiemenge. Dies bedeutet im Einzelnen, dass der Brennwert, der im umgangssprachlichen Gebrauch häufig auch mit dem Heizwert gleichgesetzt wird nicht aus nur einer, sondern zwei Komponenten besteht. Der Brennwert einer Heizanlage setzt sich aus der Verbrennungswärme und der Wärme im Abgaskondensat zusammen. Bei herkömmlichen Anlagen, die nicht auf der Grundlage der Brennwert Technik arbeiten, sind der Heizwert oder der Brennwert verhältnismäßig niedrig. Dies kommt daher, dass die Technik nicht adäquat gestaltet ist, um auch die Wärmeenergie des Kondensates der Abgase auszubeuten. Wärmeanlagen auf Basis der Brennwerttechnik tun dies.

Die theoretischen Grundlagen der Brennwert Technik basieren darauf, dass in jedem Brennstoff in mehr oder weniger großem Umfang Feuchtigkeit in Form von Wasser enthalten ist. Diese wird aufgrund des Verbrennungsprozesses frei und entweicht an die Umgebung oder in die Esse. Bleibt dieses Wasser aufgrund der sinkenden Temperaturen als Kondensat im Schornstein zurück, unterliegt dieser auf Dauer einer sogenannten Versottung. Die im Kondensat enthaltene Energie geht außerdem ungenutzt verloren. Im Rahmen der Brennwerttechnik wird das Kondensat aufgefangen und die enthaltene Wärmemenge entzogen.
Der Brennwert eines Brennstoffes setzt sich aus dessen Heizwert, dessen Wärmeenergie und der Energiemenge zusammen, die sich in den Abgasen befindet. Der Brennwert eines Material ist demnach immer abhängig vom Wassergehalt. Aus diesem Grund eignet sich die Brennwerttechnik gegenwärtig nicht für alle Heizmaterialien. Die Brennwert Technik kommt insbesondere bei Pellet-, Heizgas- und Heizölanlagen zum Einsatz.
Spezielle Brennwertkessel gewährleisten die praktische Umsetzung der theoretischen Erkenntnisse und garantieren einen weitaus wirtschaftlicheren und kostengünstigeren Einsatz von Heizeinrichtungen. Dies kommt daher, weil Brennwertkessel den Wirkungsgrad von Öl- Gas- oder Pelletheizungen aufgrund der zusätzlichen Gewinnung der Kondensatwärme basieren.

Für die Umsetzung der Brennwert Technik müssen spezielle Gegebenheiten vorhanden sein. Diese sind vorwiegend baulicher Natur. Um die energietechnisch hochwertige Brennwert Technik in Anspruch zu nehmen, ist eine korrosionsbeständige Rauchabzugsvorrichtung vonnöten. Für das entstehende Kondensat muss ein entsprechendes System von Rohren gelegt werden, damit das Kondensat innerhalb des Kreislaufes aus den Heizkörpern in den Brennwertkessel verlustfrei zurückgeführt werden kann. In Abhängigkeit von der Leistung des Brennwertkessels, der im Rahmen der Brennwert Technik grundlegend ist, kann es möglich sein, dass eine zusätzliche Neutralisierung des Kondensats erforderlich wird. Der Brennwertkessel wird mit einem sogenannten Kondensationswärmetauscher und einer mechanischen, hauptsächlich ventilatorgestützten Abführung der Verbrennungsabgase ausgerüstet. Auch ein Gebläsebrenner kann die Abgasführung garantieren. In der Praxis werden in diesem Zusammenhang solche Brennwertkessel empfohlen, die mit einem Niedrigtemperatur-Wärmeabgabesystem arbeiten.

Für Ölheizungen eignen sich zur Realisierung der Brennwert Technik spezielle Brennwertsysteme. Diese weisen nutzerrelevante Parameter auf und bestehen aus unterschiedlichen Bauteilen. Das Herzstück der Brennwertsysteme für die Brennwert Technik stellt ein Kessel mit integriertem Brenner dar, der aus Stahl oder Edelstahl hergestellt wird. Alle Bauteile im Brennwertsystem sind kondensatresistent und arbeiten mit einer relativ niedrigen Temperatur, die sich im Bereich zwischen 30 °C bis 80°C bewegt. Durch dieses niedrige Temperaturniveau kann die Brennwert Technik optimal umgesetzt und die betriebsabhängigen Stromosten für diverse Anlagenelemente werden ebenfalls gesenkt werden.

Eine Weiterentwicklung der Brennwert Technik stellen die als Voll-Brennwertsysteme bezeichneten Anlagen dar. Für diesen Zweck werden Brennwertkessel aus Stahl mit einem Kunststoffaustauscher kombiniert. Die Kesseltemperaturen zwischen 50 °C und 80 °C gewährleisten eine als rück- und lastabhängig bezeichnete Dauerkondensation der Abgase in einer Temperatur von unter 47 °C. Diese Angaben beziehen sich auf die Brennwert Technik in Ölheizanlagen. Darüber hinaus zeichnen sich Voll-Brennwertsysteme durch eine volle Kondensation der Abgase aus. Diese wird erzielt, indem die Abgastemperatur unter der Taupunkttemperatur des Wasserdampfes gehalten wird. Im Unterschied zu den durch einen Wirkungsgrad von etwa 93 % gekennzeichneten Ölheizungen mit einem Niedrigtemperaturkessel erreichen die Voll-Brennwertsysteme einen Wirkungsgrad von 100 % ohne Energieverluste. In diesem Zusammenhang muss darauf hingewiesen werden, dass die Angaben zum Wirkungsgrad lediglich des Verhältnis von Nutzeffekt und Aufwand beinhalten

Von Ohlen

Von Ohlen